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Evangelische Freikirche Köln

Rösrather Straße 176, 51107 Köln

Eine internationale Gemeinde, in der Menschen aus über 40 Nationen ihre geistliche Heimat gefunden haben.

Täglicher Impuls
Donnerstag

Hiob: Gerecht und doch krank

Die Geschichte Hiobs widerlegt eine gefährliche Irrlehre: dass Krankheit immer die direkte Folge einer persönlichen Sünde ist. Hiob lebte gerecht vor Gott, und dennoch wurde er sehr krank. Er verlor alles – seine Kinder, seinen Besitz, seine Gesundheit – nicht wegen seiner Sünde, sondern innerhalb von Gottes souveränem Plan. Es stimmt, dass alle Krankheit letztlich auf den Sündenfall zurückgeht. Die Vergänglichkeit, der wir alle unterworfen sind, kam durch Adams und Evas Rebellion in die Welt. Aber das bedeutet nicht, dass jede individuelle Krankheit die direkte Strafe für eine bestimmte Sünde ist. Manchmal gibt es einen Zusammenhang zwischen Tatsünde und Krankheit, aber nicht immer. Diese Unterscheidung ist wichtig, damit wir kranke Menschen nicht zusätzlich belasten mit der Annahme, sie müssten durch Sünde ihr Leiden selbst verursacht haben. Krankheit ist komplex, aber Gott bleibt souverän.

Hiob 1,1; 2,7
Gebet

Bitte Gott um Weisheit und Mitgefühl im Umgang mit kranken Menschen, frei von falschen Urteilen.

Herausforderung

Hast du jemals fälschlicherweise angenommen, dass deine oder die Krankheit anderer eine direkte Strafe für Sünde ist?

"

Aufnahme vom 15. Februar 2026

Predigt

Kindliche Gottesfurcht – Macht echte Heiligung möglich // Jakob Görzen

Sonntag, 15. Februar 2026
1. Johannes 3,1
Kernaussage

Gottesfurcht ist immer Ausdruck der Liebe. Die kindliche Gottesfurcht entspringt der Liebe zu Gott und macht echte Heiligung möglich. Als Kinder Gottes heiligen wir uns nicht, um von Gott angenommen zu werden, sondern weil wir bereits angenommen sind und Christus ähnlich werden möchten.

Diese Andacht behandelt das Thema Gottesfurcht und unterscheidet zwischen zwei Arten: der sklavischen und der kindlichen Gottesfurcht. Die sklavische Gottesfurcht entspringt der Selbstliebe und der Angst vor Strafe, während die kindliche Gottesfurcht aus der Liebe zu Gott dem Vater kommt. Die kindliche Gottesfurcht meidet das Böse nicht aus Angst, sondern aus Liebe zum Vater, vertreibt die Angst vor Strafe und befreit zum selbstlosen Dienst. Der Schwerpunkt liegt darauf, dass die kindliche Gottesfurcht echte Heiligung möglich macht. Anhand von Johannes' erstem Brief wird erklärt, dass Gläubige bereits jetzt Kinder Gottes sind und eines Tages Christus völlig gleich sein werden. Diese Gewissheit motiviert Christen, schon jetzt in zunehmendem Maße Jesus ähnlich zu werden. Die Heiligung geschieht nicht, um Gottes Annahme zu verdienen, sondern als Antwort auf seine bereits geschenkte Liebe und Annahme. Als Kinder Gottes streben Gläubige danach, in Denken, Sprache, Lebensweise und Beziehungen Jesus immer ähnlicher zu werden.

Hauptthemen (3)

1. Zwei Arten von Gottesfurcht

  • Sklavische Gottesfurcht ist Ausdruck der Liebe zu sich selbst und versucht, Gott geneigt zu stimmen aus Furcht vor Strafe
  • Kindliche Gottesfurcht kommt aus der Liebe zu Gott dem Vater
  • Kindliche Gottesfurcht meidet das Böse, weil es dem Vater entgegensteht
  • Kindliche Gottesfurcht vertreibt die Angst vor Strafe
  • Kindliche Gottesfurcht befreit zum selbstlosen Dienst in Liebe

2. Gotteskindschaft als Grundlage

  • Wir sind nicht nur adoptierte Kinder, sondern aus Gott geborene Kinder
  • Diese Gotteskindschaft ist die Grundlage der Beziehung zu Gott
  • Wir werden eines Tages Christus völlig gleich sein
  • Diese Gewissheit ist eine Hoffnung, die auf Tatsachen und Fakten beruht

3. Kindliche Gottesfurcht macht echte Heiligung möglich

  • Die Gewissheit, eines Tages Christus gleich zu sein, motiviert uns, ihm schon jetzt ähnlich zu werden
  • Wir heiligen uns nicht, um von Gott angenommen zu werden, sondern weil er uns bereits angenommen hat
  • Heiligung geschieht aus dem guten Motiv der Liebe, nicht aus Furcht vor Strafe
  • Als Kinder Gottes möchten wir schon hier und jetzt entsprechend leben

Biblische Grundlagen

Direkt zitiert

1. Johannes 3,1

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen

1. Johannes 3,2

Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber, dass wir ihm gleich sein werden, wenn er offenbar werden wird, denn wir werden ihn sehen, wie er ist

1. Johannes 3,3

Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleich wie er rein ist

Weitere Referenzen

  • 1. Johannes (Aussage über vollkommene Liebe, die Furcht vertreibt)
  • Johannes 1,13

Praktische Anwendung (4)

  • 1 Sauber denken: Tag für Tag darauf achten, dass die Vorstellungswelt sauber ist und den Grundsätzen Jesu entspricht.
  • 2 Saubere Sprache pflegen: Die eigene Sprache so gestalten, dass sie dem Wesen Jesu entspricht.
  • 3 Saubere Lebensweise führen: Die gesamte Lebensweise und Beziehungen so gestalten, dass sie der Art Jesu immer mehr entsprechen.
  • 4 Aus Liebe heiligen, nicht aus Furcht: Sich heiligen aus dem guten Motiv der Liebe zu Gott, weil man bereits angenommen ist, nicht um Annahme zu erlangen.