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Ev. Freikirche Kreuzheide

Franz-Marc-Straße 3-5, 38448 Wolfsburg

Eine Gemeinde von über 200 Mitgliedern mit Programmen für alle Altersgruppen und einem herzlichen Miteinander.

Täglicher Impuls
Dienstag

Zeit und Hingabe - Der Unterschied zwischen zwei Olivenbäumen

Zwei Olivenbäumchen, beide als Hochzeitsgeschenk gegeben. Der eine steht heute kräftig da, mit grünen Blättern, gut verwurzelt. Der andere kämpft ums Überleben, verliert seine Blätter und Form. Was macht den Unterschied? Zeit und Hingabe. Der eine Baum bekam rechtzeitig Sonne und Wasser, wurde sorgfältig gepflegt. Der andere wurde vernachlässigt, falsch platziert, kaum gegossen. Beide hatten das gleiche Potential - aber nur einer entwickelte sich zu dem, wozu er bestimmt war. Genau so ist es mit unserem Glauben. Der Glaube ist etwas, das wir ergreifen, aber dann muss er wachsen. Paulus schreibt: 'Seid in ihm verwurzelt. Baut euer Leben auf ihm auf' (Kolosser 2,7). Christliches Wachstum geschieht nicht automatisch. Ein Jünger Jesu wirst du nur, wenn du ihm öfter - am besten täglich - begegnest und Zeit für ihn hast. Der Gottesdienst am Sonntag ist wichtig, aber nur die Grundausstattung.

Kolosser 2,7
Gebet

Vater, hilf mir zu erkennen, dass geistliches Wachstum Zeit und Hingabe braucht. Gib mir die Entschlossenheit, meinen Glauben bewusst zu pflegen.

Herausforderung

Wenn mein Glaube einer dieser beiden Olivenbäume wäre - welchem würde er ähneln, und warum?

"

Aufnahme vom 15. Februar 2026

Predigt

Erziehung - Wegweiser und Entfaltungshelfer | Tillmann Frey | Freikirche Kreuzheide

Sonntag, 15. Februar 2026
Psalm 32,8-9
Kernaussage

Erziehung soll von Herzensverbindung und nicht von Machtkampf bestimmt sein. Die autoritätsbezogene Erziehung verbindet Unterstützung und Ermutigung mit Kontrolle und Lenkung in ausgewogener Weise. Das Ziel ist, Kindern beizubringen, mit ihrer Freiheit verantwortungsvoll umzugehen und sie durch unser Vorbild zu Gott hinzuführen.

Diese Predigt ist der zweite Teil einer Serie über christliche Erziehung. Der Sprecher baut auf dem ersten Teil auf, in dem es um Herzensverbindungen statt Machtkämpfe ging, und konzentriert sich nun auf praktische Erziehungsmethoden. Er stellt vier verschiedene Erziehungsstile vor (vernachlässigend, autoritär, nachlässig und autoritativ) und argumentiert, dass der autoritative Stil - eine Balance zwischen Unterstützung/Ermutigung und Kontrolle/Lenkung - am effektivsten ist. Dies entspricht der biblischen Erziehung, wie sie in Psalm 32,8 und Epheser 6,4 beschrieben wird. Der Hauptfokus liegt auf drei zentralen Überzeugungen: Kinder sind nicht beherrschbar, aber lenkbar; sie sind zur Freiheit geboren; und sie können Selbstbeherrschung durch Vorbild, Grenzen und Konsequenzen lernen. Der Sprecher betont, dass Eltern selbst Vorbilder sein müssen und dass Selbstbeherrschung eine Frucht des Heiligen Geistes ist. Er erklärt drei Arten von Konsequenzen (natürlich, logisch, auferlegt) als Werkzeuge der Erziehung. Das übergeordnete Ziel ist, Kinder zu Jesus zu führen und ihnen beizubringen, verantwortungsvoll mit ihrer Freiheit umzugehen, wobei Liebe die Grundlage aller Erziehung bleibt.

Hauptthemen (4)

1. Vier Erziehungsstile

  • Vernachlässigende Elternschaft: wenig Unterstützung und wenig Lenkung, Kinder kommen zu kurz
  • Autoritäre Elternschaft: viel Kontrolle aber wenig Wärme, führt zu rebellischen oder sehr angepassten Kindern
  • Nachgiebige Elternschaft: viel Ermutigung aber wenig Lenkung, erzeugt selbstsüchtige 'Sportwagen-Kinder'
  • Autoritätsbezogene Elternschaft: ausgewogene Mischung aus Unterstützung/Ermutigung und Kontrolle/Lenkung - der effektivste Stil

2. Grundprinzipien der Erziehung

  • Kinder sind nicht beherrschbar, aber sie sind lenkbar
  • Kinder sind zur Freiheit geboren - wie der Mensch im Garten Eden
  • Kinder können Selbstbeherrschung lernen durch Vorbild, Grenzen und Konsequenzen
  • Eltern sollten vorbereitet sein auf Abwege der Kinder

3. Drei Arten von Konsequenzen

  • Natürliche Konsequenzen: Kinder erleben selbst die Folgen ihres Handelns
  • Logische Konsequenzen: Folgen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Fehlverhalten (z.B. aufräumen, was man verschmutzt hat)
  • Auferlegte Konsequenzen: bei massivem Vertrauensmissbrauch, Respektlosigkeit oder Lüge - Zeit zum Nachdenken geben

4. Selbstbeherrschung als Frucht des Geistes

  • Selbstbeherrschung aus eigener Kraft ist nur eingeschränkt möglich
  • Selbstbeherrschung ist eine Frucht, die Gott in uns hervorbringen kann
  • Eltern müssen selbst Vorbild in Selbstbeherrschung sein
  • Kinder lernen durch Wahlmöglichkeiten und Mitentscheidung

Biblische Grundlagen

Direkt zitiert

Psalm 32,8-9

Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Ich will dich mit meinen Augen leiten. Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die ohne Verstand sind, denen man Zaum und Gebiss anlegen muss, sie werden sonst nicht zu dir kommen.

Epheser 6,4

Und ihr Väter, seid nicht ungerecht gegen eure Kinder. Erzieht sie vielmehr mit Disziplin und zeigt ihnen den richtigen Weg, so wie es Christus entspricht. / Eure Erziehung soll vielmehr in Wort und Tat zu Gott dem Herrn hinführen.

1. Mose 2,9

Und Gott, der Herr, ließ alle Arten von Bäumen im Garten wachsen. Schöne Bäume, die köstliche Früchte trugen. In der Mitte des Gartens wuchsen der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.

Galater 5,13.16.22-23

Geschwister, ihr seid zur Freiheit berufen. Doch gebraucht eure Freiheit nicht als Vorwand, um die Wünsche eurer selbstsüchtigen Natur zu befriedigen, sondern dient einander in Liebe. Lasst den Geist Gottes euer Verhalten bestimmen, dann werdet ihr nicht mehr den Begierden eurer eigenen Natur nachgeben. Die Frucht hingegen, die der Geist Gottes hervorbringt, besteht in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung.

1. Petrus 1,20

Schon vor der Erschaffung der Welt war Christus als Opferlamm ausersehen. Und jetzt am Ende der Zeit ist er euretwegen auf diese Erde erschienen.

Praktische Anwendung (5)

  • 1 Selbst Vorbild in Selbstbeherrschung sein: Prüfe dein eigenes Verhalten von der Wortwahl bis zur Handy-Nutzung. Bitte Gott täglich um seine Kraft, Liebe und Weisheit, damit Selbstbeherrschung als Frucht des Geistes in dir wachsen kann.
  • 2 Kindern Wahlmöglichkeiten geben: Gib deinen Kindern dauerhaft die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten (rote oder grüne Socken, Apfel oder Banane, Spülmaschine ausräumen oder Müll rausbringen). So lernen sie, gute Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.
  • 3 Konsequenzen statt Strafen anwenden: Nutze natürliche, logische oder auferlegte Konsequenzen, die dem Kind helfen, sein Verhalten zu verstehen. Ziel ist nicht Bestrafung, sondern dass das Kind Verantwortung für sein Handeln lernt.
  • 4 Verhalten korrigieren, nicht den Wert des Kindes angreifen: Sprich über das Verhalten ('was du gemacht hast, ist nicht gut'), nie über das Wesen des Kindes ('du bist...'). Die Liebe zu deinem Kind darf nie in Frage stehen.
  • 5 Kinder zu Gott hinführen: Das höchste Ziel der Erziehung ist, dass Kinder durch unser Vorbild und unsere Anleitung Gott kennenlernen. Gib ihnen eine Ahnung davon, wie Gott uns führt, leitet und ermutigt.